Das Tabulatursystem

Ich kann jedem Gitarristen – ob Anfänger oder Fortgeschrittener – nur dringend raten dieses System zu lernen, da es wesentlich einfacher zu „lesen“ ist als die herkömmliche Notation. Es ist in kürzester Zeit zu verstehen und es lohnt sich!!

Das Tabulatursystem ist älter als unsere „klassische“ Notenschreibweise und speziell konzipiert für Saiteninstrumente.
Trotzdem werden wir alle Stücke unseres Gitarrenbuchs sowohl in klassischer Schreibweise als auch im Tabulatursystem vorfinden.

Betrachte nun zunächst Takt 1 unserer „Einführung Tabulatur“. Du erkennst, dass das Tabulatursystem direkt unterhalb des klassischen Sytems vorzufinden ist und am Liedanfang anstatt des Notenschlüssels und der Vorzeichen die Bezeichnung TAB steht.

Konzentrieren wir uns ausschließlich auf das Tabulatursystem. Du erkennst, dass wir statt der herkömmlichen 5 Notenlinien 6 Linien haben. Diese 6 Linien symbolisieren nichts anderes als unsere 6 Saiten der Gitarre. Die unterste Linie steht für unsere tiefste Saite also die tiefe E-Saite, dann folgend die Saiten A, D, g, h, bis zur 6. - sprich obersten Linie - , welche die hohe e-Saite darstellt.

Zu Takt 2: Du erkennst, dass der TAB-Bereich mit Ziffern anstatt Notenwerten arbeitet. Wir finden auf der Linie für die Saite A eine 3. Dies bedeutet, dass wir auf dieser Saite den dritten Bund greifen und diese Saite natürlich auch anschlagen.
Zu Takt 3 und 4: Du findest in diesen beiden Takten die C-Dur Tonleiter.
Zu Takt 5: Du findest einen C-Dur Akkord. Ziffern, die übereinander stehen, symbolisieren Noten , die man zusammen also gleichzeitig spielt..

Dies ist im Wesentlichen alles!! Hier noch einige Besonderheiten, die du als Anfänger aber zunächst getrost übergehen kannst. Auf deinem weiterhin erfolgreichen Weg zum Profi in Sachen Bluesgitarre wirst du aber gelegentlich auf diese Besonderheiten stoßen. Deswegen sind sie hier vermerkt.

Takt 6: Du findest ein sogenanntes „hammer-on“ von der leeren g-Saite auf den 2. Bund dieser Saite. Dies bedeutet, dass du hier die leere (nicht gegriffene) g-Saite einmal anschlägst und (möglichst schnell) mit dem zweiten Finger der linken Hand den zweiten Bund dieser Saite greifst. Klingt kompliziert, ist aber völlig einfach: Mit einmaligem Zupfen der Saite erzielen wir durch das „hammer-on“ 2 Töne.
Takt 7: Hier haben wir ein „pull-off“ mit den gleichen Tönen nur in umgekehrter Reihenfolge. Du greifst zunächst den zweiten Bund der Saite, schlägst diese an und lässt die Saite los ohne diese nochmals anzuschlagen. Gleiches Prinzip wie vorher: ein Anschlag, 2 Töne.
Takt 8: Du findest hier einen so genannten „slide“ vor. Du spielst Bund 2, schlägst diese einmal an und „rutschst“ auf der Saite bis Bund 7. Wieder ein Anschlag und 2 Töne.
Takt 9: Hier findest du ein „bending“, der Ton erhöht sich in dem du die Saite h auf Bund 7 nach oben ziehst.